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Syrisch-palästinensischer Pianist an der Sekundarschule

Was für ein grandioser Vormittag an der Sekundarschule. Der Pianist Aeham Ahmad aus Jarmuk hat am Montagvormittag alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule nicht nur von seinem musikalischen Können, sondern auch von seiner mitreißenden und sympathischen Persönlichkeit überzeugt.

Aeham Ahmad ist ein syrisch-palästinensischer Flüchtling, der in seiner Heimat Jarmuk, einem Gebiet angrenzend an Damaskus, der Hauptstadt Syriens, das Klavierspielen von seinem erblindeten Vater lernte. Er wird Opfer des Krieges und flieht auch über die Balkanrute nach Europa und lebt nun in Deutschland als Flüchtling. Aeham schreibt in seinen Büchern über sein Leben und seine Musik.Aeham hat in der Flüchtlingsunterkunft in der Kreissporthalle Olpe, in der er einige Zeit lebte, mit seiner Musik Herzen berührt. Der Schulsozialarbeiter Daniel Baethcke hat Aeham dann im vergangenen Jahr auf einer Lesung und einem Konzert in Siegen kennengelernt und den Kontakt über die Musikschule Olpe herstellen können. Ein Tag mit Aeham wäre ein großartiges Erlebnis für die Schule, dachte sich Daniel Baethcke - und so kam es dann auch …

Der besondere Schultag aus der Sicht eines Schülers der AG „Soziales Seminar“, die Aeham den Vormittag über begleitet haben: „Wir haben uns erst mal alle im Kreis hingesetzt und hatten eine Fragestunde. Wir haben Aeham viele Fragen gestellt, die er auch sehr nett und höflich beantwortet hat. Wir konnten viel über sein Leben erfahren. Später in der Pause hat er 25 Minuten mitten in der Pausenhalle am Flügel einige seiner Stücke gespielt. Er hat Schüler zu sich geholt und gemeinsam mit denen gespielt. Richtig cool. Nach der Pause hat Aeham Ahmad ein paar von uns auf dem Piano spielen lassen und hat uns bei geholfen, dass wir ein bisschen mitspielen konnten. Wir haben auch mit Aeham gesungen, was er auch gerne macht, während er Piano spielt.“ 

Im Anschluss hat Aeham gemeinsam mit der AG „Schule ohne Rassismus“, den Austauschschülern aus Polen, die gerade eine Woche zu Besuch an der Sekundarschule sind, und Jugendlichen aus vielen Klassen gesungen, gesprochen, geweint und gelacht.

Auch die Musiker der Schule haben gemeinsam mit Aeham Musik gemacht. Die Bläserklasse des 6. Jahrgangs spielte „Let`s play“ und der Pianist hat passend dazu die Begleitung improvisiert. Bei einem weiteren spontanen gemeinsamen Stück hat der Schlagzeuger der Bläserklasse nach Vorgabe des Pianisten einen eingängigen kurzen Rhythmus gespielt, dazu haben die Bläser einen vorgegebenen Ton immer wieder lange ausgehalten. Der Pianist hat dazu verschiedene kleine Motive auf dem Klavier gespielt - diese Art von Improvisation könnte man als gemeinsames Musizieren im Stile der minimal music bezeichnen. Aeham hat auch mit der Schulband aktuelle Songs gespielt und das Publikum zu tosendem Applaus gebracht.

Aeham hat die Lehrer, die Schüler und alle Zuhörer begeistert und berührt. Dies wird sicher keine einmalige Aktion gewesen sein. Die nächste gemeinsame Veranstaltung ist schon in Planung.

Aeham hatte schon viele öffentliche Auftritte und Konzerte und spielt im Juni z.B. in Berlin im Bundestag. Auch er war von der Atmosphäre in der Sekundarschule, den Schülern, Lehrern und vielen anderen Mitarbeitern sehr berührt und drückte dies noch am gleichen Abend in einem Telefonat mit Daniel Baethcke aus. Wir freuen uns schon auf Aeham Ahmads nächsten Besuch!