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Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Die Sekundarschule erhielt am Mittwochnachmittag, den 26. Juni in einer feierlichen Stunde die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“, auf die die Schulgemeinschaft einige Jahre lang hingearbeitet hatte.

Dieser Weg war lang, aber lohnenswert: Das Projekt mit dem gleichnamigen Titel „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“ ist ein Projekt für Schülerinnen und Schüler, die durch ihre eigene Initiative ein Zeichen gegen Fremdenhass und für soziales Engagement setzen wollen. Nach einer Vorstellung des Projektes und einiger Ideen in den damaligen Klassen 8a und 8e durch ihre Klassenlehrer Herrn Hagemann und Frau Krämer bildete sich schnell ein „harter Kern“ aus anfänglich 20 Schülerinnen und Schülern. Diese Gruppe machte es sich zur Aufgabe, das Projekt an der Schule durch verschiedene Aktionen zu verbreiten.

Der Träger hinter dem Projekt ist Aktion Courage e.V., der für die Aufnahme in das Netzwerk einige Bedingungen stellte. So musste die Gruppe um den harten Kern folgende Voraussetzungen erfüllen: Sie sollten die Unterschriften von mindestens 70 % aller Menschen sammeln, die an der Schule lernen und arbeiten. Das Resultat kann sich sehen lassen: Unsere Schülerinnen und Schüler sammelten insgesamt die Stimmen von 93% aller an Schule beteiligten Menschen. Das bedeutet, dass sich diese Menschen dazu verpflichtet haben, die Ziele und Werte des Projektes in ihrem Schulalltag mitzutragen.

Des Weiteren mussten sie einen Paten für das Projekt finden, der dieses auch nach außen präsentiert. Dieser Prozess stellte die Motivation und Geduld der Schülerinnen und Schüler  auf eine harte Probe. Denn sie schrieben nach Schulschluss emsig Briefe und Emails und bekamen, wenn überhaupt, nur Absagen. Durch Lesungen an unserer Schule bereits bekannt, konnten sie dann doch schlussendlich Herrn Uli Potofski als Paten für das Projekt gewinnen. Damit waren die Bedingungen für den Erhalt des Siegels erreicht und es konnten die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten gestartet werden.

Während der intensiven Vorbereitung auf den Kampf gegen den Fremdenhass führten die Schülerinnen und Schüler einige Aktionen im Namen des Projekts durch. Begonnen haben die Klassen mit eigenproduzierten Videos zum Thema „Mensch ist Mensch“. Auch andere wurden ermutigt sich diesem Projekt anzuschließen. Später konnten vier Jahrgänge Material vorweisen und das Konzept weiterverbreiten.

Genauso durchsetzen konnte sich die Tradition der Unterstützung des Lokalen Warenkorbes. Denn seit drei Jahren werden in der Schule Lebensmittel und Kleidung gesammelt und anschließend an die Organisation gespendet. Was im Jahre 2016 mit einem Jahrgang begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem feststehenden Programm.

2017 startete eine Klasse einen Ausflug nach Köln, um im Rahmen des Unterrichts Denkmäler des Nationalsozialismus´ zu besuchen. Die versteckten und die auffälligen Ehrenmäler wurden besucht, gedeutet und in Ehren gehalten. Dies wurde mit dem Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verbunden, indem einige der besuchten Gedenkstätten restauriert wurden.

Eine weitere Aktion, die gestartet wurde, war der Briefmarathon. Anlässlich des Tages der Menschenrechte nahm sich eine Klasse der Aufgabe an, die Rechte derer zu vertreten, die selbst nicht dazu in der Lage sind. Dazu wurden Briefe verfasst und an dazugehörige Stellen gesendet. Tatsächlich bewirkten die Briefe einige Entlassungen, was die Schüler und Schülerinnen dazu motivierte auch diese Handlung weiter auszubauen.

Aber nicht nur die Taten zeichnen die Schule und ihre Errungenschaften aus, sondern auch die Paten, die dieses Projekt mit ganzem Herzen unterstützen wollen. Nicht nur Uli

Potofski nahm sich diesem an, sondern mittlerweile auch das Mitglied der Deutschen Para-Badminton Nationalmannschaft, Valeska Knoblauch und der Hochzeitplaner Frank „Froonck“ Matthée aus dem TV. 

Der Sekundarschule war es eine besondere Freude, die Paten im Rahmen der Siegelverleihung am 26. Juni persönlich begrüßen zu dürfen. Uli Potofski konnte leider nicht anwesend sein, hinterließ jedoch eine Videobotschaft, mit der er dem Projekt seinen Respekt zollte. Zu den weiteren Ehrengästen gehörten an diesem Nachmittag unter anderem der Drolshagener Bürgermeister Herr Uli Berghof sowie die Vertreterin der Schulaufsicht des Kreises Olpe, Frau Ute Roth.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Feierlichkeit eindrucksvoll klargemacht hatten, dass es sich bei dem Projekt um eine absolute „Herzensangelegenheit“ handelte, stellten sie den Anwesenden die Entstehung und Entwicklung ihres Projektes vor. Die oben genannten Aktionen machen deutlich, dass an der Sekundarschule kein Platz für Fremdenhass und Ausgrenzung ist, sondern soziales Engagement und Toleranz großgeschrieben werden. Weitere Aktionen wie beispielsweise ein Sportturnier der verschiedenen Nationen wurden am Vormittag im Rahmen des Projekttages durchgeführt und die Ergebnisse stolz präsentiert.

 

Valeska Knoblauch ermutigte die Schülerinnen und Schüler, ihrem eingeschlagenen Weg treu zu bleiben. Auch Frank Matthée lobte ihren Einsatz und betonte, dass es unglaublich wichtig sei, sich auch für Menschen stark zu machen, die auf verschiedene Weise einer Minderheit angehören, die vielleicht nicht mit dem Strom schwimmen und dadurch besondere Unterstützung benötigen. Er bezeichnete „Schule ohne Rassismus“ als „praktizierte Liebe“.

 

Schließlich übergab Ute Roth im Zuge der offiziellen Siegelverleihung die in ihren Augen wohl „wichtigste und wertvollste“ Urkunde und bestärkte die Schülerinnen und Schüler, weiterzumachen und auch in Zukunft deutliche Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu setzen. Genau das wollen alle unbedingt. In diesem Sinne gab der Jahrgang 10, der die Sekundarschule nun verlassen hat, das Projekt an die nachfolgende Schülergeneration weiter.

 

Die Schulgemeinschaft ist sich einig: „Schule ohne Rassismus“ wird an der Sekundarschule jetzt und in Zukunft weitergetragen und mit voller Überzeugung gelebt.